Mit Elektroauto und PV-Anlage auf der finanziellen Überholspur

CO2-Bepreisung, staatliche Förderung, E-Autos mit bis zu 2000 km Reichweite, und die eigene E-Tankstelle zu Hause. Der Umstieg auf die E-Mobilität: In Kombination mit PV-Technologien spart er Zeit und Kosten.

Die Elektromobilität ist stark im Kommen. Innerhalb von nur sieben Jahren verzeichnete das Kraftfahrt Bundesamt einen auffälligen Anstieg der Neuzulassungen für BEV (= Battery Electric Vehicle) und PHEV (= Plug-in Hybrid Electric Vehicle). Wurden in 2012 nur 2.956 BEV angemeldet, so waren es im vergangenen Jahr schon 63.281. Im Fall der PHEV sind die Unterschiede mindestens genauso verblüffend. Betrug die Anzahl der Neuzulassungen in 2012 nur magere 408, hatte sich diese Ziffer sieben Jahre später schon verhundertfacht und lag 2019 bei satten 45.348. 

Die Gründe hierfür sind gut und zahlreich. Zum einen hat die Bundesregierung 2016 den Umweltbonus”, mit dem Ziel ins Leben gerufen, einen Umstieg auf die E-Mobilität zu erleichtern. Nachdem diese Umweltprämie im Juni diesen Jahres sogar noch angehoben wurde, sind nun bei einem Kauf eines E-Autos Zuschüsse von bis zu 9.000 Euro möglich. Auch, wer sich lediglich für das Leasing eines Elektrofahrzeugs entscheidet, kann vom Umweltbonus profitieren. Hinzu kommt, dass seit Februar 2020 auch der Kauf eines jungen Gebrauchtwagens finanziell begünstigt wird. Der Stromer darf lediglich nicht älter als ein Jahr alt sein und der Tacho-Stand kann nicht mehr als 15.000 km betragen. Zusätzlich sollte der Erstkauf nicht schon zuvor durch den deutschen oder einen anderen europäischen Staat gefördert worden sein. Dieser Gebrauchtwagenzuschuss kann für Elektroautos bis zu 5.000 Euro und für Plug-in Hybride bis zu 3.750 Euro betragen.

Darüber hinaus kommen Halter von als solchen gekennzeichneten BEVS und PHEVs in den direkten Genuss mehrerer Vorteile im innerstädtischen Straßenverkehr. So können sie die Busspur verwenden und vielerorts kostenfrei und bevorzugt parken. Auch tanken Elektro-Fahrer ihr Auto an vielen öffentlichen Orten gratis, so zum Beispiel in Parkhäusern oder auf den Parkplätzen von Supermärkten wie Aldi Süd, Rewe und Co. Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren stark in den Ausbau der E-Infrastruktur investiert und plant diese Investitionen auch in der nahen Zukunft noch weiter voranzutreiben. Von daher können die Konditionen für Halter von Elektrofahrzeugen nur besser werden.

Auch die anstehende Bepreisung von CO2 ist ein guter Grund, sich allmählich vom Diesel oder Benziner zu verabschieden und auf nachhaltige Mobilität zu setzen. Ab dem kommenden Jahr steigt die Kfz-Steuer für Autos mit einem hohen CO2-Ausstoß. Dabei gilt: Je höher der CO2-Ausstoß eines Fahrzeugs, umso höher wird der zu zahlende Steuersatz ausfallen. Zudem steigen ab dem 1. Januar durch die CO2-Bepreisung effektiv die Preise für Benzin und Diesel. Zwar ist das Tanken eines E-Fahrzeugs an öffentlichen Ladesäulen, nicht zuletzt wegen der aktuell hohen Strompreise, für viele noch nicht kostensparender, doch anders sieht es für jene aus, die eine eigene PV-Anlage besitzen. Ist die Solar-Anlage an das allgemeine Netz angeschlossen, kostet der Strom nur noch etwa 11 Cent pro Kilowattstunde. Dies steht im starken Gegensatz zu den 29 bis 30 Cent, die Bezieher von Ökostrom vom Stromversorger zahlen.

Doch es geht sogar gratis. Mit ihrer kompletten Insellösung verbaut die EEG Autark GmbH ein in sich geschlossenes System, welches unabhängig von externen Stromanbietern arbeitet und dementsprechend nicht von Stromausfällen in der Nachbarschaft betroffen ist. Der eigens produzierte Strom wird kostenfrei und privat verbraucht, auch in der dunklen Jahreszeit. Denn ein innovativer Wasserstoffspeicher sorgt dafür, dass überschüssige Energie aus den Sommermonaten nicht verloren geht und im Winter genutzt werden kann. EEG-Insulaner tanken also gratis und zwar an 365 Tagen im Jahr. 

Mit der eigenen Wallbox sparen Halter von E-Autos zusätzlich kostbare Zeit ein. Zwar dauert es zu Hause länger, das eigene Auto aufzuladen, allerdings kann dies auch nachts geschehen. So fallen lästige Stops an Tanksäulen weg, mit denen sich Benzin- und Diesel-Fahrer immer noch konfrontiert sehen. Der Staat bietet sogar eine Förderung von bis zu 900 Euro für die eigene Ladestation. Die EEG Autark GmbH offeriert zudem die Möglichkeit, sich einen eigenen Solar-Carport bauen zu lassen. Dieser ist mit PV-Modulen ausgestattet. Der so produzierte Strom fließt direkt in die integrierte Wallbox. Ein intelligentes Energie-Management-System passt die Ladeleistung komfortabel an die tagesabhängige Menge der Sonneneinstrahlung an. Darüberhinaus kann ein Zwischenzähler eingebaut werden. Dieser ermöglicht es, den Strom, welcher für das Auftanken des Firmenwagens benötigt wird, mit dem Arbeitgeber abzurechnen. 

Auch die Wartungs- und Betriebskosten fallen für Besitzer vieler Elektroautos tendenziell geringer aus. Denn eine Reihe von Bauteilen, die für gewöhnlich mit der Zeit repariert oder ausgetauscht werden müssen, sind in einem batteriebetriebenen Fahrzeug schlichtweg nicht vorhanden. So zum Beispiel das Getriebe oder die Kupplung. Außerdem entfällt der regelmäßige Ölwechsel. Da Elektroautos für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit sind, sparen ihre Halter in diesem Zeitraum zusätzlich zwischen 800 und 2.400 Euro.

Bisher galten als größte Kaufhindernisse die mangelnde Reichweite von BEV und PHEV sowie deren lange Ladedauer. Batteriebetriebene Autos kommen bislang maximal 600 km weit. Für Langstreckenfahrer lohnt sich der Kauf eines solchen Fahrzeugs deshalb oft noch nicht. Denn dafür sind die Ladezeiten aktuell noch zu lang. Sie liegen je nach Fahrzeugtyp an öffentlichen Schnell-Ladesäulen zwischen 30 und 60 Minuten. Jüngste Entwicklungen deuten jedoch daraufhin, dass sich dies bald ändern könnte. 

Die in Deutschland ansässigen Fraunhofer Institute haben, in Kooperation mit der niederländischen Forschungseinrichtung, TNO, an einer Lösung gefeilt, genau dieses Problem zu beheben. Das Resultat trägt den Namen SALD (“Spatial Atom Layer Deposition”) und ist ein neuartiges Beschichtungsverfahren. Die verwendeten Beschichtungen sind gerade einmal so dünn wie ein Atom und vergrößern so Reichweite und Ladekapazität, ohne eine exorbitante Menge an zusätzlichem Platz zu erfordern. Die Entwickler gehen davon aus, dass mit dieser Technologie ausgestattete Fahrzeuge imstande sein werden, eine Strecke von über 1000 km, möglicherweise sogar von bis zu 2000 km zurückzulegen. Die neuartigen Batterien würden zudem fünf Mal so schnell geladen werden, sodass E-Autos zukünftig innerhalb von nur 20 Minuten vollgetankt werden könnten. Mit dem für 2022/23 geplanten Markteintritt von SALD-Akkus wird daher die Abkehr vom Benziner bald auch für Langstreckenfahrer zu einer attraktiven Option werden.

Wir leben in einer Zeit, in der die Nutzung und der Ausbau von erneuerbaren Energien zunehmend subventioniert und der Ausstoß von CO2 beteuert werden. Neben der anstehenden CO2-Bepreisung wird auch eine Pflicht zur Anschaffung von PV-Anlagen debattiert. Bundesländer wie Bremen und Hamburg haben bereits die Umsetzung einer Solarpflicht für Neubauten beschlossen. In Berlin gilt diese zunächst nur für öffentliche Gebäude. Ob sie ab 2023 auch für Wohnbauten gilt, steht aktuell zur Diskussion. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde vor wenigen Wochen von der rot-rot-grünen Landesregierung vorgelegt. Wirtschaftlich rentiert sich die Anschaffung einer PV-Anlage umso mehr, je größer der Eigenverbrauch an dem eigens produzierten Strom ist. Gerade vor diesem Hintergrund lohnt es sich für Besitzer von Elektroautos durchaus jetzt schon über eine eigene Solar-Anlage nachzudenken. Wie man sieht, können einzelne grüne Technologien so miteinander verbunden werden, dass vor allem auf lange Sicht viel Geld und Zeit gespart wird, denn der Markt der erneuerbaren Energien setzt der eigenen Kreativität keine Grenzen. Mit der perfekten Kombination aus PV-und Elektrotechnologie sind Prosumer so ganz schnell auf der finanziellen Überholspur.